Zugwind - Iryna Fingerova
Iryna
Fingerova erzählt so bewegend wie authentisch vom Leben einer jungen
ukrainischen Hausärztin in Deutschland, während in ihrem Heimatland
Krieg herrscht. Von ihrer Trauer, ihren Schuldgefühlen, ihrer Wut und
Resignation, bis hin zu dem Versuch, das eigene Leben weiterzuleben, die
Ereignisse zu akzeptieren und vielleicht persönlichen Frieden zu
finden.
Mira Zehmann ist Hausärztin, Mutter, Ehefrau. Sie
stammt aus einer jüdischen Familie in Odesa, vor Jahren hat sie
zusammen mit ihrem Mann die Ukraine verlassen, um in Deutschland ihr
eigenes Leben zu leben – für sich und ihre kleine Tochter. Doch als in
ihrer alten Heimat Bomben explodieren, gerät ihre Welt aus den Fugen,
und ein erbarmungsloser Zugwind weht durch ihr Leben.
Die
Hausarztpraxis wird zur Anlaufstelle, lang ist die Schlange der
ukrainischen Patienten, die alle zu Mira wollen auf der Suche nach
Trost, nach Heilung und Mitgefühl. Ob eine Affäre hilft, Miras Unmut
über den unendlich langen Besuch der Schwiegermutter zu überwinden? Als
Mira verfolgt, wie ihre Patienten zwischen den Welten reisen, steht für
sie fest: Sie muss nach Odesa, muss ihre über neunzigjährige Oma
besuchen, das Meer sehen, mit ihren Freunden tanzen gehen.
Aus dem Ukrainischen von Jakob Walosczyk
304 S.
Rowohlt Hundert Augen 2026.