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Wo der Wind ist - Ljubko Deresch

Wo der Wind ist - Ljubko Deresch

Ljubko Deresch (*1984) galt in den 2000ern als Wunderkind der ukrainischen Literatur. Seine
frühen Romane zogen in der Heimat Leser wie Kritik in ihren Bann, in Deutschland erschienen
„Kult“ (2005), „Die Anbetung der Eidechse oder wie man Engel vernichtet“ (2006) sowie
„Intent! Oder die Spiegel des Todes“ (2008) bei Suhrkamp und machten ihren jugendlichen
Autor auch hierzulande zu einem Aushängeschild der ukrainischen Literatur. Nach beinahe
zwanzig Jahren erscheint nun ein weiterer Roman Ljubko Dereschs in deutscher Übersetzung:
„Wo der Wind ist“ wurde in der Ukraine Ende 2021 veröffentlicht, es ist ein Roman über einen
aus der Mode gekommen Autor in der Sinn- und Schaffenskrise, der sich in der
Vorweihnachtszeit mit einer Nachwuchsband zu einer Tour durch die Ukraine aufmacht, von
West nach Ost, von Luzk nach Mariupol – auf der Suche nach Inspiration, vor allen Dingen aber
auf der Flucht: vor enttäuschten Freundinnen und zweifelnden Fans, vor schäumenden Kritikern,
vor der eigenen künstlerischen Impotenz. Der Roman ist ein Road-Trip durch eine verschneite
Ukraine, eine Reflexion über die Rolle des Schriftstellers in einer polarisierten Gesellschaft, ein
Sammelsurium an schrägen Figuren und skurrilen Örtlichkeiten, und all das vor dem
Hintergrund des Krieges im ukrainischen Donbas, wo schließlich – im Niemandsland zwischen
den Stellungen – auch das Finale des Romans spielt.

Aus dem Ukrainischen von Jakob Walosczyk.
381 S.
Schenk 2024.