Die Rückseite des Krieges - Andriy Lyubka
Andriy Lyubka erzählt in plastischer, spannend zu lesender, manchmal
auch mit intellektuellem Humor bereicherter Sprache von Menschen an der
Front und Menschen weit hinter der Front. Er begegnet Soldatinnen und
Soldaten, freiwillige und eingezogene, er begegnet Frauen und Kindern,
die sich plötzlich ohne Väter und Männer durchschlagen müssen, er
begegnet Menschen aus unterschiedlichen Regionen, Roma, geflohene
Tschtschenen, Familien, die nach Ausbruch des Krieges aus der Emigration
in die Ukraine zurückgekommen sind - eine Gesellschaft, deren Leben
sich durch den Krieg auch dort, wo er noch fern ist, sehr plötzlich und
radikal verändert hat. Das Buch enthält viele persönliche Erlebnisse und
kuriose Reisenotizen von den Fahrten des Autors an die Front und zurück
in seine Heimat Transkarpatien. Es wird deutlich, dass nicht nur die
Armee kämpft, sondern zahllose freiwillige Helfer, die tagtäglich an die
Front fahren und ihr Leben riskieren, so wie Tausende von Angestellten
der Eisenbahn, die trotz schlecht bezahlter Arbeit regelmäßig in die
Städte an der Front fahren, obwohl die Bahnhöfe ein vorrangiges Ziel der
russischen Raketen sind. Oder die Elektrikerbrigaden, die sofort nach
einem Beschuss mit der Wiederherstellung von Umspannwerken und
Stromleitungen beginnen.
Aus dem Ukrainischen von Alexander Kratochvil und Johannes Queck
175 S.
Transit Buchverlag 2025.